Kloster Eberbach
zweiphasiger offener Wettbewerb, 162 Teilnehmer
2. Phase, 2. Rundgang
2021
Team: Oliver Schuh, Philip Hierse
Wettbewerbsgebiet: 3.739 m²
BGF: 6.382 m²
Hotel mit 80 Zimmern
Städtebauliche Einbindung
Der Platz zwischen dem Gasthaus und dem Konversenbau weitet sich nach Norden sehr undefiniert auf. Hier entsteht durch den Hotelneubau ein unaufdringlicher räumlicher Abschluss. Durch diese Positionierung des Neubaus hinter der historischen Mauer und seiner Höhenentwicklung ordnet sich dieser den Bestandsbauten deutlich unter. Der Baukörper nimmt die städtebauliche Komponente eines länglichen Innenhofs auf, welcher bereits im Kloster vorhanden ist und nutzt diesen als privaten Außenraum für das Hotel. Im Westen ragt – ähnlich dem Altbau – nur das Dachgeschoss aus der Erde heraus. Im Norden befindet sich die Anlieferung hinter der historischen Mauer, welche im Osten die außenräumliche Begrenzung des Erdgeschosses darstellt und wie im Süden der Innenhof einen Bezug zwischen Alt und Neu aufbaut.
Architektur
Der Hotelneubau führt die Formensprache der Klosteranlage fort, reduziert diese auf wenige Elemente und interpretiert sie neu.
1. Die steile Dachneigung außen stellt den Baukörper zweigeschossig dar. Zum Innenhof präsentiert er sich, wegen der asymmetrischen Dachneigung dreigeschossig.
2. Öffnungen in der Außenhaut des Gebäudes werden generell in Rundbogenform ausgeführt.
3. Erschließungsgänge sind analog eines Bogengangs immer einhüftig und bis auf eine Ausnahme immer zum Innenhof orientiert.
Die tragende Konstruktion des Gebäudes wird in Stahlbeton ausgeführt. Auf diese Weise sind das „Bauen in den Hang“ und die notwendigen großen Spannweiten im Erdgeschoss einfach zu realisieren. Gedämmt wird der Hotelneubau mit 20 cm mineralischer Dämmung. Die Aussenhaut wird mit 6 cm Natursteinplatten verkleidet. Diese interpretieren die Fassade des alten Hotelbaus mit einem klaren Fugenbild neu und verleihen dem Neubau ohne Dachüberstand klare Gebäudelinien. Das Dach ordnet sich in dem Gesamtensemble des Klosters ein und wird in altdeutscher Schieferdeckung ausgeführt. Dachgauben führen die Öffnungsthematik der Fassade fort und werden in Bogenform blechverkleidet und pulverbeschichtet umgesetzt.