Erweiterung Realschule Bünde-Mitte


geschlossener Wettbewerb

2022
Team: Oliver Schuh, Philip Hierse
Landschaftsarchitektur: mahl gebhard konzepte
Wettbewerbsgebiet: 10.937 m² 
BGF: 3.909 m²

Städtebau


Die Schulhauserweiterung und die Turnhalle nehmen städtebaulich zwei unterschiedliche Ausrichtungen auf, welche den Ort definieren. Während der Klassenzimmertrakt sich typologisch und in seinen Proportionen am Bestand orientiert, wird die Doppelturnhalle unterirdisch parallel zum Strotweg gesetzt. Die Turnhalle verschafft sich im öffentlichen Raum des Strotweges, sowie im Pausenhof durch ihr angehobenes, geschwungenes und begrüntes Dach eine markante, objekthafte und identitätsstiftende Präsenz. Diese Geste führt das Gelände auf dem Dach weiter und schafft so weiteren erlebbaren Außenraum. 

Eine Erweiterung des Schulhauses ist durch Aufstocken des Klassentraktes um mindenstens ein Geschoss möglich. 


Erschließung und innere Organisation


Das Schulgelände kann zukünftig von SchülerInnen und LehrerInnen durch das Filtergeschoss, welches auch die überdachten Fahrradstellplätze aufnimmt, auf Hofniveau zusätzlich zum Haupteingang betreten werden. Die neuen Unterrichtszimmer und Differenzierungsräume sind im Westen des Erdgeschosses im Bestand erreichbar. Durch die Übernahme der Bestandstypologie wird die Orientierung innerhalb des Schulbaus – auch im Falle der Erweiterung – logisch weitergeführt. Die Doppelturnhalle kann sowohl extern vom Strotweg, schulgeländeintern vom Pausenhof, als auch vom Klassenzimmergeschoss innerhalb des Neubaus betreten werden. 

Der Mehrzweckraum kann bedingt durch seine Positionierung sowohl dem Pausenhof, dem „Grünen Klassenzimmer“ und bei Veranstaltungen der Turnhalle zugeordnet werden.


Material und Konstruktion


Das Materialkonzept wird maßgeblich durch die jeweiligen statischen Notwendigkeiten des bestimmt. Das Erscheinungsbild der versenkten Doppelturnhalle ist geprägt von Sichtbeton. Notwendige Verkleidungen der Oberflächen finden lediglich in Nassräumen und dem Anprallschutz im unteren Bereich der Turnhalle Anwendung.

Stahlbeton-Fertigteilträger überspannen die Turnhalle. Drei geschosshohe Betonüberzüge, welche über der Turnhalle sich in ein Fachwerk auflösen, bilden die Grundlage für die ökologisch und raumklimatisch optimierte Holzrahmenbauweise der Ebene der Klassenzimmer und der Erweiterung. Diese Bauweise lässt auch zukünftig eine Veränderbarkeit der Raumstrukturen hinsichtlich ihrer Größe, je nach pädagogischem Konzept zu. Durch die tranzluszente Profilglaswand zum Flur werden die Unterrichtszimmer und Differenzierungsräume von beiden Seiten belichtet. Verkleidet wird dieses Geschoss über- und unterhalb des Fensterbandes mit einer diagonal angeordnete Holzlattung. Diese interpretiert die Bestandsfassade und übersetzt sie mit ihrer Abwicklungslänge, Farbigkeit und dem erzeugten Gesamtvolumen des Klassenzimmertraktes in die Gegenwart.