Angstlareal Geisenhausen
geschlossener Wettbewerb
2018
Team: Oliver Schuh, Philip Hierse
Landschaftsarchitektur: FLU Planungsteam
Wettbewerbsgebiet: 2.506 m²
BGF: 3.052 m²
Städtebau
Städtebauliche Umgebungssituation
Der Geisenhausener Ortskern ist geprägt von grösseren 50-90m langen Hausreihen. Diese befinden sich in näherer Umgebung um den Marktplatz an der Kirch- und der Hauptstrasse. Massstäblich fügt sich der neue Baukörper mit seiner Längenabwicklung im mittleren Bereich dieser Häuserzeilen ein. Er definiert somit klar seinen Vorplatz und seinen Freibereich auf dem Grundstück und erhält durch seine Position die gassenartige Einfahrt zur Metzgergasse und verstärkt diese Situation bei der Durchwegung nach Süden.
Platzfolge
Vor dem Rathaus des Markt Geisenhausen befindet sich der Marktplatz. Ebenso besitzt die Kirche eine städtebauliche Vorplatzsituation. Der Neubau der Mehrzweckhalle mit seinen angegliederten zusätzlichen Nutzungen weitet - durch seine Positionierung auf dem Grundstück - direkt vor dem Haupteingang der Halle die Metzgergasse zu einem eigenen Vorplatz auf. Dieser einladende Vorplatz wird zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen zu einer kommunikativen Begegnungszone ohne sich dem Marktplatz überzuordnen.
Durchwegung und Parksituation
In der Analyse der Ortsstruktur von Geisenhausen stellt sich die Position der Kirche als typologisch ungewöhnlich heraus. Nicht am Marktplatz gelegen und über die Kirchstrasse erreichbar, bietet die Mehrzweckhalle als weiteres öffentliches Gebäude mit der Metzgergasse eine neue repräsentative Wegebeziehung zwischen Kirche und Marktplatz an. Zusätzlich stellt der Neubau 19 öffentliche Stellplätze in einer Tiefgarage und zwei behindertengerechte oberirdisch vis-à-vis zum Haupteingang der Halle und zentrumsnah zur Verfügung.
Architektur
Dachlandschaft
Die Wahl des Satteldaches als Dachform wird hauptsächlich durch zwei Aspekte bestimmt. Zum einen leitet es sich aus der „Scheunen“ – Gebäudetypologie in seiner Neuinterpretation ab. Dies wird auch durch die Materialwahl des Gebäudes mit mehreren Nutzungen unter „einem Dach“ deutlich zum Ausdruck gebracht. Zum anderen aus dem First-Trauf-Wechsel in der direkten Umgebung an der Frontenhausener Strasse, Metzgergasse und in Teilbereichen an der Hauptstrasse.
Gebäudestruktur - Kern
Der ca. 55m lange Baukörper nimmt vier Nutzungen in sich auf. Die öffentliche Mehrzweckhalle befindet sich im nördlichen Teil des Gebäudes und ist durch seinen Eingangsbereich direkt mit Blickbeziehung zum Rathaus aus der Metzgergasse wahrnehmbar. Zur Frontenhausener Strasse öffnet sich die Halle mit einem „Schaufenster“. Innerhalb dieser öffentlichen Nutzung befindet sich im Dachgeschoss das Gemeindearchiv. Nach Süden gliedern sich das Jugendzentrum und der Kinderhort an welcher den grössten Teil des östlichen und südlichen Freibereiches für sich beansprucht.
Gebäudestruktur - Verbindungen
Der Neubau teilt das Grundstück in einen öffentlichen, vorderen und einen privaten, rückwärtigen Bereich. Die Erschliessung jeder Nutzung erfolgt von Westen, dem öffentlichen Bereich. Die jeweiligen Eingänge unterscheiden sich untereinander sich in ihrer, der jeweiligen Nutzung angepassten, Grösse. Die Eingangszonen durchziehen im 90 Grad Winkel zum Kern des Gebäudes den kompletten Baukörper und schaffen so die Verbindung von öffentlicher Erschliessung und privatem Aussenbereich.